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Trickkiste

Resultiert mangelhafte Software teilweise aus Kritikunfähigkeit?

08.08.07 - Entwicklung, Diskussionen, Qualitätsmgmt.
Beitrag von Norbert Eder
 Eine Frage die sich mir immer wieder und immer häufiger stellt. Niemand will Software die nur so vor Fehlern strotzt. Entwickler wollen erfolgreiche Anwendungen schreiben. Aber was hat das jetzt mit der Fragestellung zu tun?

Der Weg zu guter Software führt nicht nur über das Testing derselben. Jahrelange Erfahrung und ständiges Lernen tragen ihren Teil dazu bei. Von Heute auf Morgen schreibt niemand eine perfekte Software. Da gehört schon einiges an Lernerei dazu. Nun trifft man im Internet immer wieder auf Personen, die mit Kritik nicht umgehen können - denn ihre Lösung ist definitiv die beste. Grundsätzlich muss sich jeder bewusst sein, dass es immer wieder jemanden gibt, der noch besser ist und entsprechende Tipps geben kann (sofern er dies tut). Darüber sollte man froh sein, da der eigene Horizont dadurch erweitert wird und es einem hilft, eine bestimmte Problematik aus verschiedenen Blickwinkeln zu erfassen. Aber was tun, wenn dies jemand nicht anerkennen möchte? Meiner Meinung nach stehen zwei Möglichkeiten zur Verfügung:

- Ignorieren
- Ausdiskutieren

Ich persönlich stehe ja eher zu zweiter Variante. Warum? Nun, wird eine Lösung, die zwar funktioniert, aber beispielsweise Sicherheitsprobleme mit sich bringt, nicht verbessert, lernen andere davon. Dies kann im Endeffekt darin resultieren, dass sich dieser Lösungsweg im Lernenden manifestiert und dieser Ansatz fortan immer verwendet wird. In jeder neuen Anwendung, über Jahre hinweg. Problematik? Jede dieser Anwendungen enthält ein potentielles Sicherheitsrisiko. Wird die vorgeschlagene Lösung jedoch von jemandem verbessert, kann sich der Werte Leser auf Basis der geführten Diskussion selbst ein Bild davon verschaffen und alle aufgebrachten (Gegen)Argumente analysieren. Verwendet wird zukünftig meist die bessere Variante (und natürlich könnte diese weiter verbessert werden).

Wichtig ist an dieser Stelle nur - und das ist ein weiterer Knackpunkt - dass sich der Lernende auch tatsächlich damit beschäftigt. Jemandem, der lediglich auf der Suche nach einem Code-Schnipsel ist damit er ein Problem schnell lösen kann, welches er ohnehin nicht umsetzen will, kann man ohnehin wenig bis nichts beibringen. Aber allen Lernwilligen sollte die Chance geboten werden, korrekte Informationen zu erhalten als auch die notwendige Unterstützung. Schließlich hilft dies der gesamten Softwareindustrie und nicht zuletzt den Benutzern, unserer Kundschaft.
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Rude Q&A - Die etwas andere FAQ

26.06.07 - Entwicklung, Diskussionen, Qualitätsmgmt.
Beitrag von Norbert Eder
 Frequently Asked Questions (FAQ) sind hinreichend bekannt. Was aber hat es mit dem Begriff Rude Q&A auf sich? Sehr einfach erklärt.

Zu jedem Projekt (Software oder nicht) können tonnenweise Fragen gestellt werden. Manche sind für alle von Interesse (typischer Fall für eine FAQ), manche sind unangenehm und würden am liebsten nicht beantwortet werden bzw. sind ohnehin nicht für die Allgemeinheit bestimmt (sinnvoll für eine Rude Q&A). Zusammenfassend: Eine Rude Q&A enthält alle unangenehmen Fragen zu einem Produkt, Unternehmen etc.

Was bringt das nun? Fragen sind da, um sich mit ihnen zu beschäftigen, und sie auch zu beantworten. Vor allem unangenehme Fragen werden oft nicht beantwortet, sei es aus eigener Angst heraus oder bedingt durch andere Gründe. Fakt ist jedoch, dass man auf alle Fragen eine Antwort parat haben sollte. Durch die Beschäftigung mit einer Frage wird also eine Vorbereitung betrieben, die sich im Falle des Falles auf jeden Fall auszahlt. Zudem empfiehlt es sich, die notierten Fragen von Zeit zu Zeit zu überarbeiten, denn schlechte Antworten sind oft schlimmer, als gar keine.

via Scott Berkun

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Qualitätssicherung als Motor für Software-Unternehmen

12.05.07 - Entwicklung, Qualitätsmgmt.
Beitrag von Norbert Eder
 Heute muss ich eine kurze Geschichte aus dem Bereich der Qualitätssicherung erzählen:

Ein Bekannter eines Freundes von mir (CEO eines kleinen Software-Unternehmens) hat über Umwege meinen Artikel zum Thema Qualitätssicherung gelesen, welchen ich der Visual Studio One 02/2007 veröffentlicht hatte. Prompt setzte er sich mit mir in Verbindung, um mehr über dieses Thema zu erfahren.

Aus einer sehr angeregten Diskussion entstand eine Zusammenarbeit in der ich ihm half, seine Prozesse auf Vordermann zu bringen. So wurden erstmals in der Geschichte seines Unternehmens Software-Tests geschrieben, durchgeführt und weitere "Neuheiten" eingeführt. Der ganzen Skepsis zum Trotz wurden kleine Dinge Schritt für Schritt in Angriff genommen und schließlich umgesetzt.

Heute, wenige Wochen nach Start der gesamten Aktion können bereits einige positiven Erkenntnisse gezogen werden. Softwarefehler konnten auf ein erträgliches Maß reduziert werden (-60%), diverse Abläufe sind nun insgesamt wesentlich straffer organisiert und lassen weniger Spielraum für Interpretation. Die eingesetzte Bug-Tracking-Software fristet ein leidiges Dasein - werden doch kaum Bugs eingetragen. Vielmehr sollte man es Feature-Tracking-System taufen ;-)

Dieses Beispiel zeigt, dass auch kleine Änderungen (die auf den ersten Blick meist sehr gerne abgelehnt werden), im Endeffekt recht schnell positive Auswirkungen zeigen und sich dadurch eine kleine Softwareschmiede schnell von der Konkurrenz abheben kann (vielleicht nicht was die Featuredichte betrifft, aber auf Basis der Qualität).

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Was ist Qualität?

12.03.07 - Entwicklung, Qualitätsmgmt.
Beitrag von Norbert Eder
 Diese Frage ist wohl die essentiellste aller Fragen aus dem Qualitätsmanagement. Doch was ist wirklich Qualität? Kann Qualität gemessen werden, oder handelt es sich dabei nur um eine subjektive Sichtweise?

Einige meinen hier vermutlich, dass Qualität auf jeden Fall gemessen werden kann. Man nehme die Anzahl der Funktionen und setze sie in Verhältnis dazu, wieviele tatsächlich ordnungsgemäß ihren Dienst verrichten.

Andere mögen dieser Aussage widersprechen. Qualität bedeutet nicht, dass etwas so funktioniert wie es definiert wurde, sondern so, wie es sich der Anwender wünscht (kommt hier etwa das Thema Usability ins Spiel?). Zusätzlich zur angebotenen Funktionalität zählen auch Support, zusätzliche Dienstleistungen und vieles mehr zur Qualität.

Nun kommt die dritte Gruppe und erzählt, dass der Begriff der Qualität aus dem Altertum bekannt ist. Weiters wird im Lateinischen der Begriff qualitatis mit der Beschaffenheit (vermutlich eines Gegenstandes?) übersetzt. Weiters wird Qualität nicht nur durch Technik definiert, sondern auch durch eine geistige Haltung. So gesehen kann dies in einer Formel abgebildet werden:

Qualität = Technik + Geisteshaltung (Kamiske)

Durch einen vermehrten Einsatz von Technik kann die Qualität verbessert werden. Produkte werden nach demselben Ablauf produziert, manuelle Eingriffe sind oft nicht mehr notwendig und dadurch auftretende Fehler können ausgeschlossen werden. Ein möglicher Diskussionspunkt an dieser Stelle stellt sicherlich (als Beispiel) Bentley dar: Die Lederausstattung wird manuell eingepasst und "montiert". Dies wirkt dementsprechend der obigen Formel entgegen.

Die Geisteshaltung stellt jedoch einen sehr wichtigen Baustein zum Gebäude Qualität dar. Steckt kein hohes Maß an Qualitätsbewußtsein in den Köpfen der Mitarbeiter, ist es nahezu unmöglich, qualitativ hochwertige Produkte zu erzeugen. Mitarbeiter müssen diesen Gedanken tragen, sich dafür einsetzen und - wie auch das Management - entsprechende Verbesserungsvorschläge bringen und durchsetzen (siehe auch Total Quality Management - TQM).

Doch zurück zur Frage: Was ist wirklich Qualität? Qualität wird nicht durch ein Produkt oder ein Unternehmen definiert. Qualität beginnt bei der Zufriedenheit des Kunden und endet beim ersten Rümpfen der Nase. Dies ist klarerweise hart definiert, aber es entspricht in etwa der Erwartungshaltung des Kunden. Und nein! Das ist noch nicht alles: Support, Kommunikation mit dem Kunden, rasche Fehlerbehebung und vieles mehr füllt den Begriff Qualität aus. Es ist also gut zu "sehen", dass es immer und überall Möglichkeiten gibt, die gebotene Qualität zu erhöhen.

Auf den Punkt gebracht: Trotz aller Normen und Richtlinien: Qualität ist eine subjektive Sichtweise. Dieser kann jedoch durch eine effiziente und beharrliche Umsetzung nahegekommen werden.

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