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Trickkiste

Qualitätssicherung als Motor für Software-Unternehmen

12.05.07 - Entwicklung, Qualitätsmgmt.
Beitrag von Norbert Eder
 Heute muss ich eine kurze Geschichte aus dem Bereich der Qualitätssicherung erzählen:

Ein Bekannter eines Freundes von mir (CEO eines kleinen Software-Unternehmens) hat über Umwege meinen Artikel zum Thema Qualitätssicherung gelesen, welchen ich der Visual Studio One 02/2007 veröffentlicht hatte. Prompt setzte er sich mit mir in Verbindung, um mehr über dieses Thema zu erfahren.

Aus einer sehr angeregten Diskussion entstand eine Zusammenarbeit in der ich ihm half, seine Prozesse auf Vordermann zu bringen. So wurden erstmals in der Geschichte seines Unternehmens Software-Tests geschrieben, durchgeführt und weitere "Neuheiten" eingeführt. Der ganzen Skepsis zum Trotz wurden kleine Dinge Schritt für Schritt in Angriff genommen und schließlich umgesetzt.

Heute, wenige Wochen nach Start der gesamten Aktion können bereits einige positiven Erkenntnisse gezogen werden. Softwarefehler konnten auf ein erträgliches Maß reduziert werden (-60%), diverse Abläufe sind nun insgesamt wesentlich straffer organisiert und lassen weniger Spielraum für Interpretation. Die eingesetzte Bug-Tracking-Software fristet ein leidiges Dasein - werden doch kaum Bugs eingetragen. Vielmehr sollte man es Feature-Tracking-System taufen ;-)

Dieses Beispiel zeigt, dass auch kleine Änderungen (die auf den ersten Blick meist sehr gerne abgelehnt werden), im Endeffekt recht schnell positive Auswirkungen zeigen und sich dadurch eine kleine Softwareschmiede schnell von der Konkurrenz abheben kann (vielleicht nicht was die Featuredichte betrifft, aber auf Basis der Qualität).

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Was ist Qualität?

12.03.07 - Entwicklung, Qualitätsmgmt.
Beitrag von Norbert Eder
 Diese Frage ist wohl die essentiellste aller Fragen aus dem Qualitätsmanagement. Doch was ist wirklich Qualität? Kann Qualität gemessen werden, oder handelt es sich dabei nur um eine subjektive Sichtweise?

Einige meinen hier vermutlich, dass Qualität auf jeden Fall gemessen werden kann. Man nehme die Anzahl der Funktionen und setze sie in Verhältnis dazu, wieviele tatsächlich ordnungsgemäß ihren Dienst verrichten.

Andere mögen dieser Aussage widersprechen. Qualität bedeutet nicht, dass etwas so funktioniert wie es definiert wurde, sondern so, wie es sich der Anwender wünscht (kommt hier etwa das Thema Usability ins Spiel?). Zusätzlich zur angebotenen Funktionalität zählen auch Support, zusätzliche Dienstleistungen und vieles mehr zur Qualität.

Nun kommt die dritte Gruppe und erzählt, dass der Begriff der Qualität aus dem Altertum bekannt ist. Weiters wird im Lateinischen der Begriff qualitatis mit der Beschaffenheit (vermutlich eines Gegenstandes?) übersetzt. Weiters wird Qualität nicht nur durch Technik definiert, sondern auch durch eine geistige Haltung. So gesehen kann dies in einer Formel abgebildet werden:

Qualität = Technik + Geisteshaltung (Kamiske)

Durch einen vermehrten Einsatz von Technik kann die Qualität verbessert werden. Produkte werden nach demselben Ablauf produziert, manuelle Eingriffe sind oft nicht mehr notwendig und dadurch auftretende Fehler können ausgeschlossen werden. Ein möglicher Diskussionspunkt an dieser Stelle stellt sicherlich (als Beispiel) Bentley dar: Die Lederausstattung wird manuell eingepasst und "montiert". Dies wirkt dementsprechend der obigen Formel entgegen.

Die Geisteshaltung stellt jedoch einen sehr wichtigen Baustein zum Gebäude Qualität dar. Steckt kein hohes Maß an Qualitätsbewußtsein in den Köpfen der Mitarbeiter, ist es nahezu unmöglich, qualitativ hochwertige Produkte zu erzeugen. Mitarbeiter müssen diesen Gedanken tragen, sich dafür einsetzen und - wie auch das Management - entsprechende Verbesserungsvorschläge bringen und durchsetzen (siehe auch Total Quality Management - TQM).

Doch zurück zur Frage: Was ist wirklich Qualität? Qualität wird nicht durch ein Produkt oder ein Unternehmen definiert. Qualität beginnt bei der Zufriedenheit des Kunden und endet beim ersten Rümpfen der Nase. Dies ist klarerweise hart definiert, aber es entspricht in etwa der Erwartungshaltung des Kunden. Und nein! Das ist noch nicht alles: Support, Kommunikation mit dem Kunden, rasche Fehlerbehebung und vieles mehr füllt den Begriff Qualität aus. Es ist also gut zu "sehen", dass es immer und überall Möglichkeiten gibt, die gebotene Qualität zu erhöhen.

Auf den Punkt gebracht: Trotz aller Normen und Richtlinien: Qualität ist eine subjektive Sichtweise. Dieser kann jedoch durch eine effiziente und beharrliche Umsetzung nahegekommen werden.

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