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WPF: Layout-System und Performance

18.06.08 - WPF
Beitrag von Norbert Eder
 Müssen viele Elemente erstellt und dargestellt werden, kann die Performance schon mal sehr schnell in den Keller gehen. Dabei müssen die darzustellenden Elemente keineswegs komplex sein. Vielmehr reichen oft kleine Fallen, die vermieden werden wollen.

Oftmals führt das Verwenden eines falschen Panels zu einem Performance-Problem. Meist ist es so, dass genau das Panel verwendet wird, welches die gewünschte Aufgabe mit dem geringsten Aufwand (für uns als Entwickler) erfüllt. So wird also beispielsweise ein StackPanel verwendet, sollen Elemente untereinander platziert werden - und zwar in der Reihenfolge, wie sie hinzugefügt wurden. Werden ein paar wenige Elemente hinzugefügt, ist keine Auswirkung zu spüren. Sind es hunderte oder gar tausende, dann wird dieser Vorgang spürbar langsamer.

Hierfür verantwortlich ist die unterschiedliche Funktionalität der Panels. Während ein Canvas relativ dumm ist und Elemente basierend auf einer Positionsangabe platziert, ist diese Logik in einem StackPanel oder einem DockPanel wesentlich komplexer.

Layout System


Vom Layout-System werden pro Kindelement zwei Schritte durchgeführt:
  • Measure
  • Arrange

Jedes dieser Kindelemente besitzt seine eigene Implementierung von Measure und Arrange, damit die an das Element gestellten Anforderungen bezüglich des Layout-Verhaltens erfüllt werden können.

Ablauf Layouting
  • Ein Kindelement (UIElement) beginnt den Layoutprozess durch das Erfassen der Basiseigenschaften
  • Dann werden die Eigenschaften bezüglich Höhe, Breite, Randstärke ausgewertet
  • Ausführung von Panel-spezifischer Logik (siehe Orientation-Eigenschaft des StackPanels)
  • Der Inhalt wird ausgerichtet bzw. positioniert, nachdem die Größe etc. aller Kindelemente bemessen wurde.
  • Die Liste der Kindelemente wird am Bildschirm ausgegeben


Wann wird es haarig?

Beim Eintreten bestimmter Aktionen, wird der gesamte Layout-Prozess erneut durchlaufen. Folgende Aktionen sind dafür maßgeblich:
  • Hinzufügen eines neuen Kindelementes
  • Ausführung der Methode UpdateLayout eines Kindelementes
  • Zuweisung von LayoutTransform eines Kindelementes
  • Bei Änderung einer Dependency Property mit Auswirkung auf Measure und Arrange (gesetzt über die Metadaten)


Fazit


Durch das Wissen wie das Layout-System funktioniert und wann es erneut durchlaufen werden muss, lässt sich feststellen, in welchen Fällen worauf verzichtet werden sollte. So kann es beispielsweise effizienter sein, eine ListBox anstatt eines StackPanels zu verwenden (durch das Definieren von Templates kann das auch schön aussehen), oder vielleicht doch einen Canvas.

Ist man sich nicht sicher, ob die geplante Variante die beste Performance bietet, bietet sich auch an, vor der konkreten Implementierung dann eventuell doch eine kleine Beispielanwendung zu schreiben. Auch eingesetzte Profiler sind hilfreich.

Siehe auch: WPF: Performance messen und verbessern

 


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